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Chronologie
der kubanischen Geschichte |
| 3500 v.Chr. |
In Kuba leben die
amero-indianischen Stämme Siboney und Guanahabey
von der Nordküste
Südamerikas |
| 1200 n.Chr. |
Taino ergreifen Besitz von Süd- und
Zentral Kuba |
| 1492 |
Europäer kommen
unter
Kolumbus
mit den Schiffen Nina, Pinta
und Santa
Maria.
Zu
dieser Zeit lebten die Cibony, etwa 100 000 indianische
Ureinwohner, auf der Insel. Dieser Stamm war mit dem der
Arawaken
verwandt.
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| 1512 |
Diego de Velaquez
gründet in der Nähe von Baracao die erste
europäische Siedlung |
| 1514 |
Die Spanier gründen die erste
Hauptstadt Santiago de Cuba |
| 1548 |
Beginn des Zuckerrohranbaus. Aufgrund
der sinkenden Zahl der Ureinwohner führen die Spanier
Negersklaven als Arbeitskräfte ein. |
| 1558 |
Das 1519 gegründete Havana wird
Hauptstadt |
| 1570 |
Durch die harten
Arbeitsbedingungen, die aus Europa eingeschleppten
Infektionskrankheiten und die Kämpfe mit den spanischen
Siedlern wurde die indianische Bevölkerung nach und nach
ausgerottet. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts waren die
Ureinwohner nahezu ausgestorben. |
| 1628 |
Pieter Pieterson Hey überfiel eine
spanische Flotte und vergrub die Beute auf Kuba. Er
lieferte die Vorlage für Stevensons Roman "Die
Schatzinsel" |
| 1700 |
Tabak ist Hauptexportartikel. Ausdehnung
der Zuckerrohrplantagen und Beginn der
Zuckerindustrie |
| 1762 |
Trotz häufiger Überfälle
durch Freibeuter und Marineeinheiten blühte die Insel während
des 16. und 17. Jahrhunderts auf. Ein Jahr nach der
Eroberung Habanas durch die Engländer erhielten diese von den
Spaniern Florida im Tausch gegen Kuba. |
| 1791 |
Durch den Sklavenaufstand auf Haiti
verlagert sich das karibische Zuckerzentrum nach Cuba.
Mit dem aufblühenden Sklavenhandel vergrößert sich die
Zahl der Schwarzen von 50000 um ein Mehrfaches und
steigt bis 1860 auf 470 000. Der Zuckerexport wird zur
wichtigsten Einnahmequelle der Kolonie. |
| 1812 |
Sklavenaufstand, der von den spanischen
Kolonialtruppen niedergeschlagen wird. |
| 1830 |
Um 1830 entstand bei den
Siedlern eine Unabhängigkeitsbewegung. Diese Bewegung gewann
besonders zwischen 1834 und 1838 an Boden, als General Miguel
de Tacón das Land diktatorisch regierte. Aufstände und
Verschwörungen gegen das spanische Regime beherrschten das
politische Leben Kubas während des restlichen Jahrhunderts.
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| 1837 |
Erste Eisenbahnlinie in
Kuba. |
| 1844 |
Ein
Aufstand schwarzer Sklaven wurde brutal
niedergeworfen. |
| 1848 |
Der cubanische Zucker wird zu 40% in die
USA verkauft. |
| 1868 |
Revolutionäre
rufen unter der Führung
von Carlos Manuel de Céspedes die Unabhängigkeit Kubas aus.
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| 1880 |
Kuba schafft die Sklaverei
ab |
| 1892 |
Erster Arbeiterkongreß unter
Beteiligung der politisch radikalen
Tabakarbeiter |
| 1895 |
Obwohl
nach der Revolte bestimmte Reformen in Angriff genommen
wurden, unterdrückte die spanische Regierung weiterhin
die Bevölkerung. Am 23. Februar 1895 begann unter
der Führung des Schriftstellers und Patrioten
José Martí
sowie des Generals Máximo Gómez y Báez der
Freiheitskampf erneut.
Jose Marti wird hierbei getötet |
| 1898 |
Kubanisch
- Spanisch - Amerikanischer Krieg
Krieg
zwischen Spanien und den USA (1898), der zur Loslösung
Kubas von Spanien führte. Der Krieg hatte seinen
Ursprung im Unabhängigkeitskampf Kubas, der sich 1895 zu
einer zweiten Revolution entwickelte, nachdem Spanien
die Reformen, die es 1878 bei Ende des Zehnjährigen
Guerillakrieges in Kuba dem kubanischen Volk versprochen
hatte, nicht durchgeführt hatte. Weitere Kriegsursachen
waren jedoch auch wirtschaftliche Interessen und
imperialistische Ambitionen der USA.
Hintergründe des
Eingreifens der USA:
Aus
humanitären und wirtschaftlichen Gründen löste der Krieg
zwischen Spanien und Kuba heftige Reaktionen in den USA
aus. Berichte über die brutale Behandlung von Kubanern
durch spanisches Militär, die in der New York
World und im New York Journal erschienen,
waren in aller Munde. Auch die gewaltigen Sachschäden,
die der Krieg verursacht hatte, riefen die Besorgnis der
Amerikaner hervor: Viele amerikanische Investitionen in
Kuba waren betroffen, und die USA brachen deshalb den
Handel mit Kuba vorerst ab. Die Forderung der
Öffentlichkeit nach einer Intervention zugunsten Kubas
fand im amerikanischen Kongress Unterstützung. Sowohl
Präsident Grover Cleveland als auch sein Nachfolger
William McKinley (in seinem ersten Amtsjahr) lehnten
jedoch ein Eingreifen strikt ab. 1897 unternahm der
spanische Premierminister Práxedes Mateo Sagasta einen
Versuch, den Konflikt beizulegen: Kuba sollte
Teilautonomie erhalten, und die Gefangenenlager sollten
abgeschafft werden. Die Rebellen setzten jedoch ihren
Kampf für die völlige Unabhängigkeit Kubas
fort.
Eine Reihe von Zwischenfällen führte
letztlich doch zur Intervention der USA. Im Dezember
1897 wurde das amerikanische Schlachtschiff Maine
in den Hafen von Habana (Kuba) geschickt, um Eigentum
und Bürger der USA zu schützen. In der Nacht des
15. Februars 1898 sank die Maine aus
ungeklärten Gründen im Hafen von Habana, wobei
260 Menschen ums Leben kamen. Anfänglich
vermutete man
Sabotage, aber eine Untersuchung im Jahr 1969 konnte
belegen, dass die Explosion des Schiffes auf einen
defekten Dampfkessel zurückzuführen war. Am
20. April 1898 stimmte Präsident McKinley einer
Resolution des Kongresses zu, die ultimativ den
sofortigen Rückzug Spaniens aus Kuba forderte; am
24. April folgte die Kriegserklärung der spanischen
Regierung. Weitere Resolutionen des Kongresses
bestätigten die Unabhängigkeit Kubas und stellten klar,
dass die USA nicht eingriffen, um ein Kolonialreich
abzusichern.
Kampfhandlungen:
Zwei ungleiche
Gegner standen sich in diesem Krieg gegenüber: Die
Spanier kämpften gegen die überlegenen Amerikaner, ohne
dass ihre Armee oder Marine darauf vorbereitet war. Am
1. Mai 1898 wurde die spanische Pazifikflotte in
der Bucht von Manila (Philippinen) von der US-Marine
unter Kommandant George Dewey angegriffen und
vernichtet. Am 1. Juli überschritten amerikanische
Truppen die äußeren Verteidigungslinien der Stadt
Santiago de Cuba (Kuba), und am 3. Juli wurde ein
von Admiral Paxcual Cervera y Topete angeführtes
spanisches Seegeschwader in Santiago de Cuba bei dem
Versuch, die Hafenblockade der Amerikaner zu
durchbrechen, zerstört; Santiago kapitulierte vor den
US-Streitkräften unter General William Rufus Shafter.
Eine weitere amerikanische Streitmacht unter dem
Kommando von General Nelson Miles besetzte Puerto Rico.
Am 18. Juli bat die Regierung Spaniens die USA
schließlich um eine Beilegung des
Konflikts.
Ergebnisse des
Krieges:
Entsprechend dem
Friedensvertrag, der am 10. Dezember 1898 in Paris
unterzeichnet wurde, entließ Spanien Kuba und Puerto
Rico in die Unabhängigkeit. Die zu den Ladrones (der
heutigen Inselgruppe der Marianen) gehörende Insel Guam
wurde an die USA abgetreten, die Philippinen für einen
Betrag von 20 000 000 US-Dollar an die
USA verkauft. Der Spanisch-Amerikanische Krieg machte
die USA zu einer Weltmacht mit Überseekolonien und
wachsendem Einfluss auf die europäische Politik. Die
Spanier konzentrierten sich nach ihrer Niederlage
bedeutend mehr auf ihre inneren Angelegenheiten als auf
ihren Besitz in
Übersee.
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| 1899 |
Kuba wird Halbkolonie der USA und steht
nicht mehr unter der Flagge Spaniens |
| 1901 |
Die Cubaner räumen den USA auf deren
politischen Druck hin ein Interventionsrecht auf der
Insel ein, das in der Verfassung verankert wird und bis
1934 Gültigkeit hat. Verstärktes Eindringen von
US-Kapital, das in den ersten Jahren der kubanischen
Republik 75% des bebaubaren Landes und 40% der
Zuckerproduktion in seinen Besitz
bringt |
| 1902 |
Eine amerikanische
Militärregierung regierte die Insel bis zum 20. Mai 1902.
Kuba erhielt in diesem Jahr den Status einer Republik, musste
aber den USA ein Interventionsrecht einräumen. Tomás Estrada Palma wurde der erste
Präsident der Republik. Die Insel geriet wirtschaftlich völlig
unter die Kontrolle der USA. Die Vereinigten Staaten wurden
zum Hauptabnehmer für kubanischen Zucker und Tabak. |
| 1903 |
Die USA bekommen den Stützpunk
Guantanamo |
| 1906 |
Wiederholte Fälle von
Betrug und Korruption in der kubanischen Politik führten zu
inneren Unruhen. Der erste einer Reihe von Aufständen gegen
die konservative Kontrolle der Republik erhob sich im August
1906. Im folgenden Monat schickte die US-Regierung Truppen auf
die Insel. Bis 1909 blieb Kuba unter US-Herrschaft. |
| 1908 |
Gründung der Unabhängigen Partei der
Farbigen als erster Arbeiterpartei. |
| 1912 |
Ein
weiterer Aufstand ereignete sich in der Provinz Oriente.
Die USA intervenierten erneut. Mit der Wahl von Mario García
Menocal zum Präsidenten im selben Jahr kam die konservative
Partei wieder an die Macht. |
| 1917 |
Am 7. April trat Kuba
aufseiten der Alliierten in den 1. Weltkrieg
ein. |
| 1920 |
Tanz der Millionen, Rekordzuckerernte
und wirtschaftliche Blütezeit |
| 1924 |
Zunehmende wirtschaftliche
Schwierigkeiten kennzeichneten die Situation des Landes nach
dem 1. Weltkrieg.
Gerardo Machado y Morales
wurde im
November 1924 zum Präsidenten gewählt. Er lenkte das
Land mit diktatorischen Maßnahmen. Während seiner Amtszeit
verschlechterten sich die wirtschaftlichen Bedingungen rapide. |
| 1925 |
Die kommunistische Partei Kubas wird
errichtet |
| 1929-1940 |
Die Weltwirtschaftskrise 1929 hatte verheerende Auswirkungen
auf die monokulturell ausgerichtete Wirtschaft des Landes;
weite Teile der Bevölkerung verarmten. Ein Aufstand im August
1933, den auch die kubanische Armee unterstützte, zwang ihn
ins Exil. Dem Sturz
Machados
folgte eine lange Phase innerer
Unruhen. Gegen Präsident Miguel Mariano Gómez sprach der
Senat, der von
Fulgencio Batista y Zaldívar
geführt wurde, sein Misstrauen aus. Mit Unterstützung
Batistas
, Chef der kubanischen Armee und inoffizieller
Diktator Kubas, setzte der neue Präsident, Federico Laredo
Brú, ein Programm sozialer und wirtschaftlicher Reformen in
Kraft. |
| 1940 |
Batista
gewann 1940 die Präsidentschaftswahlen
gegen
Ramón Grau San Martín
. Die Verkündung einer neuen
Verfassung im Jahre 1940 trug weiter zur Verminderung der
politischen Spannungen bei. |
| 1940 |
Schaffung einer neuen Verfassung mit
bürgerlichen Freiheiten und
Streikrecht. |
| 1944 |
Wahlsieg der Gegner
Batistas
. Die Präsidentschaftswahlen von 1944 gewann
Grau San Martín
als Kandidat einer breiten Parteienkoalition. Sein
erstes Amtsjahr war durch wiederkehrende Krisen,
u. a. aufgrund weit verbreiteter
Lebensmittelknappheit, gekennzeichnet. Im folgenden Jahr
konnte er in Verhandlungen mit der US-Regierung höhere
Zuckerpreise erzielen und gewann so wieder an
Popularität. 1948 trat Kuba der Organisation der
Amerikanischen Staaten (OAS) bei. |
| 1952 |
Im März
ergriff der frühere Präsident
Batista
mit Hilfe der Armee die
Macht. Er setzte die Verfassung außer Kraft, löste den
Kongress auf und bildete eine
Übergangsregierung.
Er trat somit die
Nachfolge einer ganzen Reihe Präsidenten an, die jedoch eher
als Marionetten Amerikas denn als Regenten eines unabhängigen
Staates bezeichnet werden müssen.
Batista festigte mit blutigen Metzeleien
unter der Bevölkerung seine Position und duldetet nicht die
geringste Opposition. Allerdings begann ein junger Anwalt aus
den Reihen der liberalen Orthodoxen gegen dieses Terrorregimes
aufzulehnen. Er berief sich auf die Verfassung von 1940 und
klagte
Batista
wegen Meuterei, Hochverrat und Aufruhr
an.
Der Name des Advokaten war
Dr. Fidel Castro Ruiz
.
Wie nicht anders erwartet
wurde, wies das Verfassungsgericht die Klage ab. Für Castro
und seine Verbündeten war nun endgültig klar, daß sich die
Verhältnisse im Land nur durch einen erneuten Putsch ändern
lassen würden.
Als erstes Ziel des
Aufstandes wurde die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba
ausgewählt.
Castro
hoffte, mit einem Schlag zweierlei zu
erreichen: Zum einen sollte sich die nur unzureichend
bewaffnete Bewegung mit Beutewaffen versorgen, und zum zweiten
hoffte man, mit der Eroberung der Garnison die zweitgrößte
Stadt Kubas übernehmen zu können. Die Vorbereitungen zogen
sich monatelang hin. Eine Hühnerfarm, einige Kilometer östlich
von Santiago de Cuba , wurde zum Ausgangspunkt des
Aufstandes.
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| 1953 |
Revolutionäre unter
Castro
greifen die Moncada Kaserne in Santiago
de Cuba
an.
Am 26. Juli machten sich
137 mangelhaft ausgebildete und schlecht bewaffnete Rebellen
unter der Führung Fidel
Castros
auf den Weg, die mit über 1000
Soldaten besetzte Kaserne zu erobern.
Castro wählte dieses
Datum, da er die Wirren der alljährlichen Karnevalsfeiern für
seine Tarnung nutzen wollte. Doch der Überfall in den frühen
Morgenstunden endeten mit einem Fiasko. Eines der Fahrzeuge
der Rebellen verunglückte kurz vo der Kaserne. Um seine
Mitstreiter zu decken, eröffnete
Fidel Castro
frühzeitig das
Feuer und alarmierte die Garnison. Als dann noch ein Teil der
Rebellen in diesem Chaos statt des Waffenlagers den
Fiseursalon der Kaserne stürmten, blies Fidel Castro zum
Rückzug. Nur wenige der Angreifer wurden im Gefecht getötet.
Doch viele Rebellen, die in den nächsten Tagen in die Hände
von Militär und Polizei fielen, wurden grausam gefoltert,
verstümmelt und ermordet. Auch
Castro
wurde gefaßt und vor
Gericht gestellt.
Seine berühmt gewordene
fünfstündige Verteidigungsrede, in der mit dem Regime Batistas
abrechnete und sich auf die Ideale der Verfassung von 1940
berief, endete mit den Worten: "Die Geschichte wird mich
freisprechen."
Die Batista-treuen Richter
jedoch verurteilten den Anführer des Aufstandes zu 15 Jahren
Haft im Militärgefängnis auf der Pinieninsel, die heute Isla
de la Juventud heißt. Obwohl der Putsch militärisch
scheiterte, bedeutete er den Beginn des Widerstandes in
breiten Teilen der Bevölkerung gegen das Regime Batistas. Die
Greueltaten nach dem gescheiterten Sturm auf die Kaserne
führten zu einer Welle der Solidarität mit den Verurteilten
und machten die toten Rebellen zu Märtyrern. Die Opposition
erhielt neuen Zulauf und begann sich zu
formieren.
|
| 1954 |
Um seiner Herrschaft einen
demokratisch legitimierten Anspruch zu geben, ließ Batista im
November Präsidentschaftswahlen abhalten. Nach dem
Rücktritt des einzigen Gegenkandidaten
Grau San Martín
errang der Diktator einen überragenden Wahlsieg. |
| 1955 |
Gestärkt durch
diesen Erfolg und um seine liberale Gesinnung zu
demonstrieren, erließ er eine Generalamnestie. Auch
Fidel Castro
und seine Mitstreiter erhielten so vorzeitig ihre
Freiheit zurück. Am 15. Mai 1955 durften sie ihr Gefängnis auf
der Insel verlassen. Um der ständigen Überwachung und
Bespitzelung sowie der drohenden Gefahr durch die
allgegenwärtige Geheimpolizei zu entgehen, floh
Castro
im Juli
1955 ins Exil nach Mexiko. Hier wollte er Kräfte sammeln, um
dann nach einer militärischen Invasion Kubas die
Batista-Herrschaft zu beenden. Zuerst jedoch mußte
Fidel Castro
Geld, Waffen und Kampfgenossen sammeln. Der 27-jährige
argentinische Arzt
Ernesto Che Guevara Lynch de la Serna
und ein ehemaliger Oberst,
ein Exilkubaner, der sich im spanischen Bürgerkrieg einen
Namen als Guerillaexperte gemacht hatte, stießen zu den
Anhängern Castros. Geld für Waffen und Ausrüstung kam von
kubanischen Exilanten aus den USA.
Die Aktivitäten der Revolutionäre wurde
jedoch von den mexikanischen Behörden mißtrauisch beäugt.
Ständig drohten den Guerilleros Verhaftung und Ausweisung. Die
Zeit drängte. Über einen Mittelsmann konnte
Castro
von einem
amerikanischen Ehepaar für 15.000 Dollar die etwas
heruntergekommene 19 Meter lange Dieseljacht mit dem
bezeichnenden Namen "Granma" kaufen. Das Boot war nicht ganz
dicht und hatte zudem einen Kupplungsschaden. Außerdem war es
nur für 20 Personen ausgelegt.
In der Nacht vom 25.
November 1956 stach die "Granma" vom Hafen Tuxpan aus in See.
Auf dem kleinen Schiff drängten sich 82 Revolutionäre mit
ihrer gesamten Ausrichtung. Die Kämpfer waren nur knapp der
Verfolgung durch die mexikanische Polizei entkommen. Nach
Castros
Planung würde die Truppe am 30. November in der Nähe
von Santiago de Cuba landen. An diesem Tag sollten weitere
Rebellen der "Bewegung 26. Juli" den Aufstand in Santiago
beginnen.
Castro
wollte sich dann mit diesem Kräften
vereinigen und erwartete, daß sich das kubanische Volk sofort
seiner Revolution anschließen würde.
Doch wie schon 3 Jahre
zuvor entwickelte sich das Unternehmen zu einem wahren Fiasko,
das viele der Teilnehmer mit ihrem Leben bezahlen mußten.
Schweres Unwetter verzögerte die Überfahrt. Die Rebellen
wurden durch die Seekrankheit geschwächt, und große Teile der
Ausrüstung gingen auf hoher See über Bord. Als die Fidelistas
mit zwei Tagen Verspätung am 2. Dezember endlich an der
kubanischen Küste bei Cabo Cruz mehr strandeten als landeten,
war der Aufstand der Verbündeten in Santiago längst
niedergeschlagen worden. Die Landung der Rebellen wurde von
den Truppen
Batistas
bereits erwartet, und kurze Zeit nachdem
die Kämpfer kubanischen Boden betreten hatten, gerieten sie
unter heftigen Beschuß. Vom Land und aus der Luft wurden die
82 müden und unzureichend bewaffneten Männer von starken
Truppen angegriffen. Die Gruppe teilte sich auf und versuchte
der Verfolgung zu entkommen. Aber in den nächsten Tagen
starben die meisten im Kugelhagel oder gerieten in
Gefangenschaft. Ganze 12 Mann, darunter
Fidel Castro
, sein
Bruder Raul und
Che Guevara
, konnten entkommen und sich in die
unwegsame Bergregion der Sierra Maestra retten.
Wieder mußten die Rebellen
von vorn beginnen. Es mangelte an Waffen, Nahrungsmittel,
Ausrüstung und Kämpfern. Aber
Castro
dachte nicht daran
aufzugeben und war vom unbeugbaren Willen und Glauben an die
Revolution beseelt. Erste Unterstützung fanden die Guerilleros
bei armen Bauern, die in kleinen Dörfern oder einzelnen Hütten
in der unwegsamen Sierra Maestra lebten. Von Anfang an machte
es sich
Fidel
zum Prinzip, die Unterstützung der
einheimischen Kleinbauern zu sichern. Seine Anhänger waren
angewiesen, die Bauern freundlich zu behandeln, und alles zu
bezahlen, was sie von ihnen bekamen. Mit dieser ungewöhnlichen
Taktik erwarben sich die Rebellen die Sympathie und
Unterstützung der Bauern der Region.
Fidel
baute sich nach und
nach das Image eines Karibik - Robin Hoods auf, der den Armen
gab, Verräter bestrafte und die Reichen nicht behelligte.
Dieses Prinzip, gepaart mit dem Gegenterror der
Batista
-Gruppen sicherte dem Rebellenführer einen langsam
wachsenden Zulauf an Anhängern.
|
| 1956 |
81 Revolutionäre landen
mit der Yacht Granma in Las Colodas an Kubas Südküste.
Beginn des Guerillakampfes unter
Fidel Castro
und
Che Guevara
. |
| 1957 |
Am 15. Mai 1957 wagte sich die Gruppe
aus der Defensive heraus. Mit Erfolg griffen die Rebellen die
Garnison des Städtchen Uvero an und erbeuteten dringend
benötigte Waffen. Dieser zwar kleine militärische Erfolg
erzielte eine große Propagandawirkung und sicherte der
Rebellentruppe weitere Anhänger.
In klassischer
Guerillamanier zogen die Barbudas - die Bärtigen - wie die
Rebellen auch genannt wurden, durch die Sierra Maestra und
bedrängten die Truppen
Batistas
mit überraschenden Attentaten,
Hinterhalten und Sabotageaktionen. Sie brachten mit der
wachsenden Unterstützung der Bevölkerung immer größere Teile
der Sierra Maestra unter ihre Kontrolle.
Fulgencio Batista
reagierte auf die anhaltenden Erfolge der Aufständischen mit
grausamer Unterdrückung und Verfolgung der Sympathisanten der
Rebellen. Schuldige wie Unschuldige fielen der
Terrorherrschaft zum Opfer. Oftmals wurden ihre Leichen zur
Abschreckung auf die Straßen geworfen. Die Terrorherrschaft
des Diktators erreichte jedoch nicht ihr Ziel. Im Gegenteil:
die Sympathie der Bevölkerung für die "anständigen" Rebellen
wuchs mit jedem weiteren militärischen Erfolg der
Castro-Anhänger. Schließlich konnten auch die USA nicht mehr
moralisch vertreten, den Terrorherrscher weiter zu
stützen.
|
| 1958 |
Am 15. Juni 1958 verhängte das State
Department ein Waffenembargo über Kuba. Dieser Schritt
Washington wirkte auf die Autorität der kubanischen Regierung
verheerend. Innerhalb des Militärs wuchs der Widerstand gegen
den eigen Befehlshaber, und immer mehr Soldaten kapitulierten
oder liefen von den angreifenden Rebellen
davon.
Am 7. November begann
Fidel Castro mit seiner Offensive zur Eroberung der ganzen
Insel. Unter Führung Che Guevaras, der sich in den letzten
Jahren zu einem herausragenden Guerillataktiker entwickelt
hatte, wurde die zentralkubanische Provinz Las Villas erobert,
wodurch der Weg nach Havanna frei wurde.
Batista
stand auf
verlorenen Posten. In der Silvesternacht 1958/59 bestieg der
geschlagene Diktator auf Drängen seines Militärs und des
US-Botschafters eine bereitgestellte DC-4 und floh mit einem
großen Teil der Staatskasse ins Exil.
Zwei Tage später zog
Ernesto Che Guevara
in die regierungslose Hauptstadt ein. Am
gleichen Tag marschierte Fidel Castro mit seinen Anhängern
unter dem Jubel der Einwohnern durch Santiago de Cuba. Am 8.
Januar erreichte der 32-jährige Commandante nach einem
Siegeszug durch das ganze Land die Hauptstadt Havanna. Sein
Empfang durch die Bevölkerung war triumphal...
|
| 1959 |
Nach
dem Regierungsantritt Fidel Castros belegte US-Präsident Dwight D. Eisenhower Kuba mit einem
Wirtschaftsboykott. Daraufhin näherte sich Kuba
politisch und wirtschaftlich der Sowjetunion an, wodurch
die USA ihre Sicherheitsinteressen im
mittelamerikanischen Raum bedroht sahen. |
| 1960 |
Die USA stellt die
Wirtschaftshilfen ein und Fidel Castro lässt die
Ölraffinerien der
Amerikaner durch den Staat
beschlagnahmen. Als die
Castro-Regierung amerikanische Vermögenswerte von
schätzungsweise einer Milliarde US-Dollar enteignete,
reagierte Washington mit der Verhängung eines Handelsembargos.
|
| 1961 |
Im Januar 1961 wurden alle diplomatischen Beziehungen mit den
USA abgebrochen. Am 17. April desselben Jahres landeten
konterrevolutionäre Exilkubaner, die von den USA unterstützt
und ausgebildet worden waren, im Süden Kubas. Die Invasion in der Schweinebucht
scheiterte; 90 Eindringlinge wurden
getötet und rund 1 200 gefangen genommen. Die Gefangenen
wurden mit Hilfe der US-Regierung 1962 für rund
53 Millionen US-Dollar in Form von Lebensmitteln und
Medizin freigekauft.
Alphabetisierungskampagne senkt
Analphabetismus von 24% auf knapp 4%. |
| 1962 |
Die
Kuba-Krise
Das
verhängte Handelsembargo beschleunigte die wirtschaftliche und
militärische Annäherung Kubas an die Sowjetunion. Die
Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba führte im Herbst
1962 an den Rand des 3. Weltkrieges (Kubakrise). Der
amerikanische Präsident John
F. Kennedy verkündete eine Seeblockade der
Insel, um weitere sowjetische Waffenlieferungen zu
unterbinden. Nach zähen Verhandlungen stimmte der sowjetische
Ministerpräsident Nikita
Chruschtschow am 28. Oktober zu, die
Waffen zu demontieren und abzuziehen. Die Beziehungen zwischen
den USA und Kuba blieben feindlich gesinnt. Die Schweizer
Botschaft in Kuba übernahm eine Mittlerrolle zwischen beiden
Regierungen. 1965 einigte man sich darauf, dass kubanische
Staatsangehörige, die das Land verlassen wollten, in die USA
auswandern durften. Über 260 000 Menschen verließen
das Land, bevor die Luftbrücke im April 1973 offiziell beendet
wurde.
Zeit der
Isolation
Die von Castro verfolgte
Politik isolierte Kuba von Lateinamerika. Das Land wurde 1962
aus der OAS (Organization of American States)
ausgewiesen. Während der sechziger Jahre unterstützte Kuba
Aufstände in Venezuela, Guatemala und Bolivien. Che Guevara
führte 1967 in Bolivien eine Guerillatruppe an. Er wurde
gefangen genommen und hingerichtet.
|
| 1965 |
Neugründung der Kommunistischen Partei
Cubas durch den Zusammenschluß aller politischen
Organisationen, die die cubanische Revolution
unterstützen. Che Guevara geht als Guerillero nach
Bolivien und wird dort 1967 erschossen. |
| 1968 |
Verstaatlichung der noch bestehenden
privaten Kleinbetriebe. |
| 1970 |
Zuckerrekordernte von 8,5 Millionen
Tonnen. |
| 1972 |
Kuba war
weiterhin in großem Maß von der Wirtschaftshilfe der
Sowjetunion und deren Blockstaaten abhängig. 1972
unterzeichnete Kuba verschiedene Wirtschaftsabkommen mit der
UdSSR. Kuba wurde Mitglied im Rat für gegenseitige
Wirtschaftshilfe (COMECON). |
| 1975 |
Die Bundesrepublik Deutschland und Cuba nehmen
diplomatische Beziehungen auf.
Der erste Kongress der
kubanischen Kommunistischen Partei wurde Ende 1975 abgehalten.
In San José
(Costa Rica) verabschiedete die OAS im Juli eine
Resolution, die bewirkte, dass das Handelsembargo aufgehoben
wurde. Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten verbesserten
sich langsam; die USA warnten Kuba jedoch, dass die
Beziehungen erst normalisiert werden könnten, wenn die
US-Ansprüche auf verstaatlichtes Vermögen geregelt seien.
Weiterhin forderte die US-Regierung, dass Kuba seine
Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent beenden sollte
|
| 1976 |
Inkrafttreten der sozialistischen
Verfassung.
Neben anderen Bestimmungen wurde auch die Zahl der Provinzen
von sechs auf 14 erhöht und eine indirekt gewählte
Nationalversammlung geschaffen. Diese trat im Dezember zu
ihrer ersten Sitzung zusammen und wählte Castro zum Staats-
und Regierungschef. |
| 1979 |
Trotz
der Beziehungen zur UdSSR war Kuba 1979 Gastgeber für
das Treffen der blockfreien Staaten. Castro wurde für
drei Jahre zum Führer des Staatenbündnisses gewählt. |
| 1980 |
Castro lockerte
vorübergehend die Ausreisebeschränkungen.
125 000 Menschen flohen in die Vereinigten Staaten.
Die US-Regierung beschuldigte Kuba, die linken Rebellen in El
Salvador zu unterstützen; weiterhin kritisierte sie das
kubanische Engagement in Nicaragua.
Kuba weitete seine Aktivitäten bis in den Nahen Osten (Südjemen).
|
| 1981 |
Mit dem Amtsantritt des neuen
US-Präsidenten Reagan verschlechtert sich das Klima
zwischen Cuba und den USA zunehmend. Auf Drängen der USA
wird Cuba vom Weltwirtschaftsgipfel
ausgeschlossen. |
| 1983 |
Die Invasion der USA in Grenada wird
von Cuba aufs schärfste verurteilt. Die dort tätigen
Cubaner kehren fast ausnahmslos nach Cuba
zurück. |
| 1985 |
Die cubanische Regierung erhöht ihren
Verteidigungshaushalt um 26%. Fidel Castro appelliert an
die verschuldeten lateinamerikanischen Staaten, die
Rückzahlung ihrer Schulden zu
verweigern. |
| 1986 |
Nach dem Zusammenbruch der
Sowjetunion und dem Wegfall sowjetischer Wirtschaftshilfe fiel
das Land in eine schwere Wirtschaftskrise. Seit 1986 verfolgte
Castro eine Politik, die im Gegensatz zur sowjetischen
Reformpolitik die Rücknahme privatwirtschaftlicher Initiativen
vorsah.
In Havanna findet der 3. Parteitag der
Kommunistischen Partei (PCC) statt. Der neue
5-Jahres-Plan sieht ein 4prozentiges Wirtschaftswachstum
und eine Verbesserung der Versorgungslage der
Bevölkerung vor.
|
| 1989 |
Der sowjetische Führer
Michail Gorbatschow besuchte im April 1989 Habana. Die UdSSR
und Kuba unterzeichneten einen 25-jährigen
Freundschaftsvertrag. Castro lehnte jedoch ausdrücklich die
Anwendbarkeit politischer und wirtschaftlicher Reformen nach
sowjetischem Muster für sein Land ab. Im Juli wurden vier
Armeeoffiziere hingerichtet und zehn weitere zu
Gefängnisstrafen verurteilt (offizielle Begründung: illegaler
Drogenhandel). |
| 1990 |
Beginn der Periodo Especial der
Sonderperiode in Friedenszeiten |
| 1991 |
Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion
und die Auflösung der DDR verliert Cuba wichtige Partner
in der Wirtschaft, Versorgungsengpässe und eine
allgemeine Wirtschaftskrise sind die
Folge. |
| 1992 |
Nachdem
die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen gegen Kuba noch
verschärft hatten, billigte die Vollversammlung der
Vereinten Nationen im November eine Resolution, die das
Ende des US-Embargos forderte. |
| 1993 |
Erste direkte geheime Wahl aller PCCC
bestimmte Kandidaten.
Bis 1993 waren alle sowjetischen Truppen, die
während der Kubakrise nach Kuba entsandt worden waren,
abgezogen.
|
| 1994 |
1993 und 1994 gab es
weitere Flüchtlingswellen. Tausende riskierten die
lebensgefährliche Überfahrt zum amerikanischen
Festland. Die US-Regierung errichtete Flüchtlingslager
in Guántanamo Bay und auf benachbarten Inseln. Aufgrund
der enorm hohen Flüchtlingszahlen verschärfte die
US-Regierung Mitte 1994 erneut ihre Sanktionen gegen
Kuba. |
| 1996 |
Kuba schießt
zwei Flugzeuge von exilkubanischen Terroristen
ab. Fünfte Verurteilung des US Embargos gegen
Kuba durch die UNO. |
| 1997 |
Triumph für Kuba,
Ausrichtung der Weltjugendfestspiele. Beisetzung Che
Guevaras nachdem dessen Leichnam in Bolivien entdeckt
wurde |
| 1997 bis heute |
Fortsetzung siehe die Seite "Diario" sowie Folgeseiten
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