Diario / News

aus Kuba (2000)


Kuba-Nachrichtenarchiv des Jahres 2000 (ausgewählte Meldungen von Juni-Dezember)



28.12.2000 Kuba und China arbeiten militärisch enger zusammen
Havanna (dpa) - Kuba und die Volksrepublik China wollen militärisch enger zusammenarbeiten. Wie der Sender "Radio Rebelde" am Donnerstag berichtete, unterschrieben die Generalstabschefs beider Länder, Alvaro Lopez Miera und Fu Quanyou am Vorabend ein entsprechendes Protokoll. Es bilde "Teil der historischen Beziehungen der Freundschaft und Brüderlichkeit zwischen beiden Streitkräften", meldete der Sender, ohne weitere Details bekannt zu geben. Die beiden kommunistischen Staaten unterhalten seit der Auflösung des früheren Ostblocks enge politische und wirtschaftliche Beziehungen.©dpa
28.12.2000 Statt Ideologie exportiert Kuba heute medizinisches Know-how
Havanna (dpa) - In früheren Jahrzehnten versuchte das kommunistische Kuba, die Revolution zu exportieren und unterstützte mit Soldaten und Militärberatern Untergrundbewegungen in den verschiedensten Teilen Afrikas und Lateinamerikas. Heutzutage entsendet die Karibikinsel dorthin vor allem Ärzte, die in 18 Ländern auf beiden Kontinenten der Bevölkerung in ländlichen Regionen eine medizinische Grundversorgung bieten.
Nun geht Kuba, das selber über eine der höchsten Ärztedichten der Welt verfügt, in Sachen medizinischer Entwicklungshilfe noch einen Schritt weiter: in einer neu eingerichteten Hochschule werden junge Leute aus ganz Lateinamerika sowie aus Nigeria, Guinea Bissau, Äquatorialguinea und den Kapverdischen Inseln zu Ärzten ausgebildet. Im nächsten Studienjahr sollen auch 500 Studenten aus den USA aufgenommen werden, vorzugsweise Angehörige von Minderheiten aus Armenregionen fernab der wirtschaftlichen Boom-Zonen. Am kubanischen Gesundheitswesen soll dann auch der politisch wenig geliebte nördliche Nachbar genesen.
Schon jetzt büffeln an der "Escuela Latinoamericana de Ciencias Médicas" (Lateinamerikanische Schule für Medizinische Wissenschaften) westlich von Havanna direkt am Atlantik in einer ehemaligen Marineschule 3 440 Studenten in den ersten zwei Jahrgängen. Pro Jahr sollen 1 200 bis 1 500 hinzukommen, bis alle sechs vorgesehenen Jahrgangsstufen aufgefüllt sind.
Ausbildungsziel sei der Allgemeinmediziner, erläutert Professorin Ana Morales Valera. "Lateinamerika braucht keine Kardiologen, sondern Ärzte, die die wichtigsten Todesursachen in diesen Ländern bekämpfen, nämlich Infektionen und ansteckende Krankheiten", sagt Morales.
Die Idee für die Hochschule entstand nach dem Hurrikan "Mitch" Ende 1998, als kubanische Ärzte den überfluteten Ländern Mittelamerikas Hilfe leisteten. Über die Kosten des ehrgeizigen Projektes will niemand genaue Angaben machen. Diese dürften unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen auf Kuba aber auch keine vorrangige Rolle spielen, denn dem Gesundheitssektor galt schon immer das besondere Augenmerk von Staats- und Parteichef Fidel Castro. Wie die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule, Nancy Nunez, berichtet, gibt es heute 67 000 Ärzte in Kuba, mehr als zehn Mal so viele wie bei Castros Machtübernahme 1959. Die Zahl entspricht einem Arzt pro 165 Einwohner.
Doch seit der Auflösung der Sowjetunion, die Kuba wirtschaftlich subventionierte, hat die Ausstattung der kubanischen Kliniken stark gelitten. Es fehlt an Medikamenten, und Patienten müssen ins Krankenhaus oft Bettwäsche und Verpflegung selber mitbringen. Kubanische Oppositionelle kritisieren daher den Aufwand, den Kuba jetzt im Rahmen der "Süd-Süd-Entwicklungshilfe" betreibt. In Kürze wird es in Kuba mehr ausländische als kubanische Medizinstudenten geben. Und für junge Kubaner werde die Zulassung zum Studium von einer aktiven "revolutionären Gesinnung" abhängig gemacht, kritisiert die Dissidentin Martha Beatriz Roque.
Die Gäste, die meist aus der unteren Mittelschicht ihrer Länder stammen, sehen das Medizinstudium in Kuba als eine Chance, die sie daheim aus wirtschaftlichen Gründen nicht gehabt hätten. Ideologische Aspekte spielen dabei kaum eine Rolle. Denn "Marxismus-Leninismus" steht in der Hochschule am Meer nicht auf dem Lehrplan..©dpa
24.12.2000 Kuba hangelt sich seit Jahren am Rande der Pleite entlang
Havanna (dpa) - Zehn Jahre nach der Wende in Osteuropa ist die kubanische Wirtschaft von einer echten Erholung noch weit entfernt. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach dem Einbruch Anfang der 90er Jahre wieder deutlich gestiegen, aber es liegt immer noch weit unter dem Niveau von 1989. Wegen seiner Zahlungsbilanzprobleme manövriert das sozialistisch gebliebene Kuba seit Jahren am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Nur die Überweisungen der politisch verhassten Exilkubaner erhalten das System am Leben.
In diesem Jahr litt Kuba wieder unter niedrigen Weltmarktpreisen für sein Hauptexportprodukt Zucker und hohen Preisen für Erdöl, dem wichtigsten Posten auf der Importseite der Handelsbilanz. Bis 1990 hatte die Insel von der Sowjetunion so große Mengen Erdöl zu subventionierten Preise erhalten, dass sie einen Teil davon sogar weiterexportieren konnte. Der Wegfall dieser besonderen Handelsbeziehungen stürzte die Wirtschaft in eine schwere Krise.
Die verschiedenen marktorientierten Reformen, die seit 1993 eingeleitet wurden, haben deutlich an Schwung verloren. Die Zahl der Selbstständigen ist von mehr als 200 000 Anfang 1996 auf rund 120 000 zurückgegangen. Die Kleinstunternehmer, die keine Angestellten beschäftigen dürfen, werden über hohe Steuern und bürokratische Schikanen systematisch an der Entfaltung gehindert. Immerhin haben die Staatsbetriebe in der vergangenen Jahren mehr Autonomie erhalten. Sie müssen ihre Kosten decken und dürfen selber exportieren.
Nach Schätzung kubanischer Ökonomen könnte das BIP in diesem Jahr um bis zu 5,7 Prozent zulegen. Dazu würden der Tourismus, die Landwirtschaft und die weiterverarbeitende Industrie beitragen. Und dank neuer Erdölfunde vor der Nordküste könne Kuba inzwischen 45 Prozent des Ölbedarfs für die Stromerzeugung selber decken.
Erstmals seit Jahren sollen die Exporte 2000 dank besserer Preise für Nickel und Tabak und geringerer Lebensmitteleinfuhren stärker als die Importe wachsen. Im vorigen Jahr standen Ausfuhren von 1,46 Milliarden US-Dollar Einfuhren von 4,3 Milliarden Dollar gegenüber. Die Lücke kann nur mühsam geschlossen werden. Die Tourismuseinnahmen summierten sich im vorigen Jahr auf 1,85 Milliarden Dollar, doch geht ein Teil davon für Importe weg. Eine Nettodevisenquelle sind dagegen die Zuwendungen der Auslandskubaner an die Verwandten daheim, die auf mehr als 800 Millionen Dollar geschätzt werden.
Eine eher geringe Rolle in der Zahlungsbilanz spielen bisher die Auslandsinvestitionen. Nach offiziellen Angaben gibt es 372 Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischer Beteiligung, ein guter Teil davon im Tourismussektor. Das Handelsembargo der USA verhindert aber nicht nur Engagements von US-Firmen, sondern schreckt auch viele Investoren aus Drittländern ab. Und weil der geographisch nahe amerikanische Markt wegen des Embargos verschlossen ist, lohnen sich Investitionen in eine Exportindustrie nicht.
Da Kuba 1986 seinen Schuldendienst gegenüber dem kapitalistischen Ausland eingestellt hat, ist das Land auch nicht kreditwürdig. Mit den im Pariser Club vereinten Gläubigerländern laufen Verhandlungen über eine Regelung für die Außenstände in Höhe von gut elf Milliarden Dollar. Deutschland ist in diesem Jahr schon vorgeprescht und hat mit Kuba eine separate Vereinbarung über die Rückzahlung von 230 Millionen DM über einen Zeitraum von 21 Jahren zu Vorzugszinsen getroffen. Als Folge kommen deutsche Exporteure jetzt wieder in den Genuss von Hermesbürgschaften.©dpa
22.12.2000 Das Internet ist für die meisten Kubaner noch immer tabu
Mexiko-Stadt/Havanna (dpa) - Den Propagandakrieg gegen die USA führt Kuba jetzt auch im Cyberspace. Auf einer soeben vorgestellten Homepage informiert die Regierung in allen Details über die gescheiterte Invasion einer exilkubanischen Truppe in der Schweinebucht im April 1961, deren 40. Jahrestag im nächsten Jahr groß gefeiert werden soll. Wer sich die Seite anschaut (http://www.playagiron.cu), hat dort auch Zugang zu rund 150 Fotos.
Als Zielgruppe scheinen die in Havanna regierenden Kommunisten vor allem Kubafreunde im Ausland im Visier zu haben. Denn für die meisten Bürger der Insel ist das Internet noch immer tabu. Das Regime, das auch keine unabhängige Presse zulässt, fürchtet offenbar den freien Fluss von Informationen. Während sich der Gebrauch des Internets in anderen Teilen Lateinamerikas rasant ausbreitet und in Mexiko beispielsweise schon jede Kleinstadt mehrere Internet-Cafés zählt, haben auf der Karibikinsel nur Regierungsstellen, einzelne Bereiche der Universitäten und ausländische Firmen Zugang zum weltweiten Datennetz. Letztere müssen dafür tief in die Tasche greifen.
Wie die Dissidentengruppe "Arbeitsgruppe der internen Opposition" in einem Papier erläutert, darf ein kubanischer Privatmann weder einen Computer noch ein Handy erwerben. In einem Erlass sei außerdem festgelegt, dass der Zugang zum Datennetz von einer interministeriellen Kommission genehmigt werden müssen. "Dies ist eine weitere Form der Blockade des freien Denkens und des Zugangs zu Informationsquellen", heißt es in dem Papier. Anstatt die freie Entwicklung des Netzes zu erlauben, behindere die Regierung sie.
Das heißt allerdings nicht, dass Kubatouristen in Havanna nicht ihre Mailboxen checken könnten. Inzwischen gibt es im "Capitolio", einer Imitation des Washingtoner Kapitols am Rande der Altstadt, ein Internet-Café. Dort zahlt man aber für die Stunde fünf US-Dollar. Das entspricht umgerechnet fast der Hälfte eines durchschnittlichen kubanischen Peso-Gehaltes.
Ausländische Unternehmen, Medien oder Botschaften können sich in Kuba von der Telefongesellschaft ETECSA einen Internet-Anschluss einrichten lassen. Das Surfen kostet Geschäftsleute bei unbegrenzter Verweildauer 250 US-Dollar (rund 550 Mark) pro Monat. Dies ist fast zehnmal so viel wie die in Mexiko üblichen Tarife.
Im sozialistischen Kuba, das nach wie vor totalitäre Züge aufweist, ist es für die Bürger daher ausgesprochen schwer, sich unabhängig von der Regierungslinie über das Weltgeschehen zu informieren. Von der US-Regierung finanzierte antikommunistische Propagandasender wie "Radio Marti" strahlen Radioprogramme nach Kuba aus, Fernsehsendungen kann das Regime in Havanna aber erfolgreich stören. Ausländische Presseerzeugnisse werden nur in den internationalen Hotels verkauft und wären für Kubaner bei Preisen von zwei US-Dollar für eine Zeitung ebenfalls viel zu teuer.
Einige unabhängige Journalisten haben in Kuba vor einigen Jahren begonnen, Beiträge an ausländische Medien zu verschicken. Da ihre Tätigkeit illegal ist, stehen sie mit einem Bein im Gefängnis. Aber ihre Artikel landen über ausländische Helfer ebenfalls ins Internet. So bietet etwa die Seite http://www.cubanet.org alternative Informationen zu den offiziellen Verlautbarungen Regierungs-Website (http://www.cubaweb.cu).©dpa
18.12.2000 Kuba und Russland wollen Atomkraftwerk nicht fertig bauen
Mexiko-Stadt/Havanna (dpa) - Kuba und Russland wollen das zu Sowjetzeiten begonnene Atomkraftwerk von Juaragua (rund 300 Kilometer südöstlich von Havanna) nun nicht mehr fertig bauen. Dies berichtete am Montag die "New York Times" unter Berufung auf Mitglieder der russischen Delegation, die Präsident Wladimir Putin bei seinem Kubabesuch von Mittwoch bis Sonntag begleitet hatte.
Putin selbst hatte am Freitag vor Journalisten in Havanna schon gesagt, dass die kubanische Seite nicht mehr an einer Fertigstellung interessiert sei. Er hatte außerdem beklagt, dass schon 30 Millionen Dollar allein für die Konservierung des Rohbaus ausgegeben worden seien. Die Bauarbeiten waren 1992 aus Geldmangel unterbrochen worden. Allein die Fertigstellung des ersten Reaktorblocks würde etwa 550 Millionen US-Dollar kosten.
Die USA hatten immer wieder klar gemacht, dass sie kein Atomkraftwerk auf Kuba wünschten, was potenzielle Investoren aus Drittländern abschreckte. ©dpa
14.12.2000 Kuba und Russland wollen alte Beziehungen wiederbeleben
Havanna (dpa) - Kuba und Russland wollen ihre alten Beziehungen aus Sowjetzeiten wiederbeleben. Zu Beginn seines viertägigen Kuba-Besuches kündigte der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag an, die von der Sowjetunion in Kuba begonnenen, aber nicht vollendeten Projekte sollten fertig gestellt werden. Den Wert der Investitionen bezifferte er auf eine Milliarde US-Dollar. Vertreter beider Regierungen unterzeichneten mehrere Abkommen über eine Vertiefung der Zusammenarbeit.
Putin war am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Havanna eingetroffen. Es ist der erste Besuch eines russischen Staatsoberhauptes auf der sozialistischen Karibikinsel seit der Auflösung der früheren Sowjetunion. Nach dem Bruch Anfang der 90er Jahre hatten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den vergangenen Jahren stetig gebessert.
Putin und sein Gastgeber, der kubanische Präsident Fidel Castro, sprachen sich vor Journalisten gegen eine "unipolare Welt", also gegen die absolute Vorherrschaft der USA aus. "Es hat in der Geschichte immer wieder Beispiele gegeben, dass ein Land die Macht in den internationalen Beziehungen monopolisieren wollte, dies kann es in der heutigen Welt nicht geben", sagte Putin, ohne die USA beim Namen zu nennen. Castro warnte vor den Folgen einer "neoliberalen Globalisierung", die die Kluft zwischen armen und reichen Länder immer größer werden lasse.
Putin wurde bei seinem Besuch von mehreren Ministern, unter ihnen Außenminister Igor Iwanow und Verteidigungsminister Igor Sergejew, sowie mehr als 80 Wirtschaftsvertretern begleitet. Schon vor seiner Abreise hatte Putin in einem Interview mit staatlichen kubanischen Medien die Karibikinsel als "unseren traditionellen Verbündeten in der Welt und den ersten in Lateinamerika bezeichnet". Der Verlust der ideologischen Grundlage habe den Beziehungen der beiden Länder seinerzeit schwer geschadet, und dies sei nicht richtig gewesen.
Beide Regierungen sind interessiert, drei zu Sowjetzeiten begonnene und später unterbrochene gemeinsame Projekte fertig zu stellen: den Nickelindustriekomplex Las Caramariocas im Osten Kubas sowie die im Zentrum der Insel gelegene Raffinerie von Cienfuegos und das Kernkraftwerk Juraguss. Dass das erste Atomkraftwerk auf Kuba jemals in Betrieb geht, gilt allerdings wegen der hohen Kosten (rund 550 Millionen US-Dollar) und der Sanktionsdrohungen der USA gegen potenzielle westliche Investoren als nahezu ausgeschlossen.
Der Handelsaustausch zwischen Kuba und Russland summierte sich nach Angaben der russischen Handelsmission in Havanna 1999 auf 880 Millionen Dollar, gegenüber 600 Millionen im Vorjahr. An vorderster Stelle steht der Austausch von Zucker gegen Erdöl.©dpa
12.12.2000 Putin zu Staatsbesuch in Kuba
Havanna (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin ist heute zu einem Staatsbesuch in Kuba eingetroffen. Es ist der erste Besuch eines Kreml-Chefs bei dem einstigen Verbündeten der ehemaligen Sowjetunion seit 1989, als Sowjetpräsident Michail Gorbatschow seinen Kollegen Fidel Castro traf. Nach eigenen Worten will Putin mit seiner Kuba-Visite die Stellung seines Landes in Lateinamerika stärken. Er bezeichnete Kuba vor seiner Abreise als traditionellen und zuverlässigen Partner.
Beide Länder unterhalten nach wie vor enge Handelsbeziehungen, wobei der Austausch kubanischen Zuckers gegen russisches Erdöl an erster Stelle steht. Als Verbündeter Kubas will sich Moskau künftig noch intensiver für die Aufhebung des amerikanischen Handelsembargos gegen die Insel einsetzen. Ferner betreibt Russland noch immer eine militärische Abhörstation bei Havanna. "©dpa
12.12.2000 Mehr als 200 Festnahmen vor Putin-Besuch in Kuba
Havanna (dpa) - In Kuba sind im Vorfeld des Putin-Besuches nach Angaben von Dissidenten mehr als 200 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Der Vorsitzende der illegalen Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sanchez, sprach am Mittwoch von einer der größten Repressionswellen der vergangenen Jahre. "Noch nie sind in so kurzer Zeit so viele Dissidenten festgenommen worden", sagte Sanchez der dpa.
Die Festnahmen standen nach Angaben von Sanchez überwiegend im Zusammenhang mit Oppositionsveranstaltungen zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Die Festgenommenen seien für einen Zeitraum von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen festgehalten worden.
Die beiden Menschenrechtsaktivisten Julia Cecilia Delgado und Angel Moa, sagte Sanchez weiter, seien am Mittwoch beziehungsweise Dienstag zu Haftstrafen von je einem Jahr verurteilt worden. Man habe ihnen Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, weil sie nach einer Festnahme im Zusammenhang mit einer religiösen Veranstaltung am 4. Dezember auf der Polizeiwache auf ihr Recht bestanden hätten, ein Telefon zu benutzen.
Zum Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte Sanchez, es sei kurios, dass es in Russland mittlerweile keine Gewissenshäftlinge mehr gebe, in Kuba aber mehr als 300. "Obwohl Putin ein früherer KGB-Mann ist, ist er doch ein Mann, der in die Zukunft schaut; die kubanische Regierung hingegen ist in der Vergangenheit verankert."©dpa
12.12.2000 Putins Kuba-Besuch soll russische Stellung in Lateinamerika stärken
Moskau (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin will mit seinem Besuch in Kuba die Stellung seines Landes in Lateinamerika stärken. "Eine Wiederherstellung unserer Position entspricht unseren wirtschaftlichen Interessen, den nationalen Interessen Russlands", sagte er in einem Interview für die kubanische Presse, meldete die Agentur Interfax am Dienstag. Viele Staaten Lateinamerikas wünschten eine aktive Außenpolitik Russlands.
Kuba sei ein "traditioneller, alter und zuverlässiger Partner", erklärte Putin vor seinem Besuch in Havanna von Mittwoch bis Freitag. Nachdem vor zehn Jahren die "ideologischen Grundlagen" des Verhältnisses verloren gingen, "gab es auch einen Verlust für die Beziehungen zwischen den Staaten", beklagte Putin. "Ich glaube nicht, dass das richtig war." Russische Firmen hätten ihren Platz in Kuba an ausländische Konkurrenten verloren. Es sei jedoch erfreulich, dass das Handelsvolumen wieder wachse.
Der russische Präsident forderte in dem Interview eine schnelle Aufhebung der US-Sanktionen gegen Kuba. "Wir denken, dass die Blockade Kubas in keiner Hinsicht gerechtfertigt ist: weder durch internationales Recht, noch durch Zweckmäßigkeit noch aus Sicht der Gerechtigkeit und demokratischer Prinzipien der Weltordnung", sagte Putin. Er führte das Gespräch mit der kubanischen Agentur Prensa Latina, dem Fernsehkanal Cubavision und dem russischen Fernsehen ORT.©dpa
11.12.2000 Alte Liebe rostet nicht - Russlands Präsident Putin in Havanna
Havanna/Moskau (dpa) - Als der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow im April 1989 Kuba besuchte, wurde er zwar noch von begeisterten Volksmassen empfangen, doch hinter den Kulissen kriselte es bereits im Verhältnis Moskau-Havanna. Gorbatschows Amtskollege Fidel Castro wollte von der "Perestroika" nichts wissen, während die Sowjets immer weniger bereit waren, die Karibikinsel Jahr für Jahr mit Milliardenbeträgen zu subventionieren. Bald darauf verschwand der Große Bruder von der Weltbühne, und Kuba stürzte in eine schwere Wirtschaftskrise.

Wenn an diesem Mittwoch mit Russlands Präsident Wladimir Putin erstmals seit 1989 ein Kreml-Herr Havanna besucht, dann werden zwar nicht wieder 500 000 Menschen an den Straßen stehen. Doch dafür krönt die Visite die Wiederannäherung zwischen beiden Ländern nach dem Bruch Anfang der 90er Jahre. Kuba, der einstige Vorposten des Sowjetimperiums in der Karibik, und das nun kapitalistische Russland unterhalten nach wie vor enge Handelsbeziehungen. Und der Umgang zwischen beiden Regierungen ist schon seit einigen Jahren wieder ausgesprochen herzlich.
In Havanna wird Putin allerdings auch Geld fordern. Nach russischen Berechnungen schuldet Kuba seinem Land noch 20 Milliarden US-Dollar. Nach kubanischer Auffassung sind die Altverbindlichkeiten jedoch wesentlich weniger wert, da sie seinerzeit in so genannten Transfer-Rubeln eingegangen wurden. Experten in Moskau schließen aber nicht aus, dass ein Großteil der Schulden in Beteiligungen an kubanischen Staatsunternehmen, etwa in der Zucker- und Nickelindustrie, umgewandelt werden könnte.
In den Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern steht nach wie vor der Austausch kubanischen Zuckers gegen russisches Erdöl an erster Stelle, wobei jetzt Weltmarkt- statt Freundschaftspreise zu Grunde gelegt werden. Beide Seiten sind jetzt außerdem daran interessiert, den gemeinsam begonnenen Nickel-Industriekomplex von "Las Camariocas" fertigzustellen, dessen Bau 1991 unterbrochen wurde. Ähnliches gilt für das nie vollendete Atomkraftwerk von Juragua. Hierfür suchen Kuba und Russland zwecks Finanzierung noch nach einem dritten Partner. Doch westliche Firmen scheuen wegen der Sanktionsdrohungen der USA vor einem Engagement zurück. Washingtons erklärtes Ziel ist es, ein Atomkraftwerk auf Kuba zu verhindern.
Für Unmut in Washington sorgt auch, dass Russland noch immer die militärische Abhörstation Lourdes bei Havanna betreibt und dafür sogar Miete zahlt. Doch Kuba kommt ein starker Verbündeter recht, zumal sich Moskau künftig noch intensiver für die Aufhebung des amerikanischen Handelsembargos gegen die Insel einsetzen will. So lobte die staatliche kubanische Presse bereits das Bemühen Putins, seinem Land wieder mehr Gewicht in der Welt zu verschaffen.
Dass die bilateralen Beziehungen auch von "emotionalen Aspekten" geprägt seien, versicherte schon der damalige Außenminister Jewgeni Primakow bei einem Havanna-Besuch im Mai 1996. Noch 1989 lebten auf der Insel 12 700 sowjetische Militärs und Techniker mit ihren Familien. Spuren haben diese Gäste allerdings kaum hinterlassen, denn für die Kubaner waren sie auf Grund der beträchtlichen kulturellen Unterschiede immer Fremde geblieben.©dpa
08.12.2000 Kuba unterbricht Telefonverbindungen in die USA
Havanna (dpa) - Kuba wird vom 15. Dezember an die direkten Telefonverbindungen in die USA unterbrechen. Dies kündigte der Ministerrat am Freitag in einer Mitteilung in der Zeitung "Granma", dem Zentralorgan der Kommunistischen Partei, an. Hintergrund der Maßnahme ist der Streit um in den USA eingefrorene Guthaben der staatlichen kubanischen Telefongesellschaft ETECSA, die von Kuba auf 121,4 Millionen Dollar (rund 265 Millionen Mark) beziffert werden.
Der US-Kongress hatte im Oktober beschlossen, dass aus diesen Guthaben die Angehörigen der Exilkubaner entschädigend werden dürfen, deren zwei Kleinflugzeuge bei einem Propagandaflug vor der kubanischen Küste im Februar 1996 abgeschossen worden waren. Kuba führte daraufhin eine Steuer von zehn Prozent auf Ferngespräche ein, deren Bezahlung die beteiligten US-Telefonfirmen aber mit Hinweis auf ein von der Regierung in Washington verhängtes Verbot verweigerten.
Die Unterbrechung der direkten Verbindungen, die Kuba jetzt wegen der Zahlungsverweigerung ankündigte, dürfte in der Praxis wenig Auswirkungen haben, da Telefonverbindungen über Drittländer möglich sind. Zwischen Februar 1999 und April dieses Jahres hatte Kuba schon einmal die Verbindungen unterbrochen. ©dpa
08.12.2000 Fidel Castro enthüllt John-Lennon-Statue in Havanna
Mit Mahnwachen, Konzerten und spontanen Aktionen haben John-Lennon-Fans in aller Welt am Freitag des 20. Todestages des Ex-Beatles gedacht. Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro enthüllte eine Lennon-Statue aus Bronze in einem Park in Havanna, der in Zukunft den Namen des Musikers tragen soll.
19.11.2000 Terrorismus-Polemik auf Iberoamerika-Gipfel in Panama
Panama-Stadt (dpa) - Der kubanische Präsident Fidel Castro und sein salvadorianischer Amtskollege Francisco Flores haben sich am Samstag auf dem Iberoamerika-Gipfel in Panama gegenseitig vorgeworfen, den Terrorismus zu unterstützen. Castro beschuldigte Flores, den Exilkubaner Luis Posadas Carriles protegiert zu haben, der am Freitag in Panama-Stadt unter dem Verdacht festgenommen worden war, ein Attentat auf Castro vorzubereiten. Flores konterte, dass Castro mit seiner Unterstützung der linksgerichteten Guerilla im Bürgerkrieg in El Salvador in den 80-er Jahren "für den Tod von Tausenden von Salvadorianern" verantwortlich sei.
"Ihre Regierung wusste bestens Bescheid, dass Posadas mit seinen Komplizen in El Salvador lebte und dort seine Pläne ausarbeitete", sagte Castro. "Wir haben schon viel zu viel Geduld mit Ihnen gehabt, Herr Castro", entgegnete Flores, der der rechtsgerichteten ARENA- Partei angehört. Während des Bürgerkrieges in Salvador, als die marxistische Guerilla gegen die von den USA unterstützten Regierungen kämpfte, kamen rund 75 000 Menschen ums Leben. Castro erwiderte, dass der bewaffnete Konflikt der 80-er Jahre seinen Ursprung in den 30-er Jahren gehabt habe, "als es noch keine kubanische Revolution gab, aber sehr wohl Regierungen, die das Volk ausbeuteten." Das Thema Terrorismus hatte am Vortag schon Kuba und Spanien entzweit. Kuba weigerte sich, eine gemeinsame Gipfelresolution gegen den Terror der baskischen Separatistenorganisation ETA mit zu unterzeichnen. Der kubanische Außenminister Felipe Perez Roque meinte, dass dann auch die Untergrundaktivitäten des US- Geheimdienstes CIA gegen Kuba verurteilt werden müssten. Die Resolution wurde am Samstag ohne die Stimme Kubas verabschiedet.
Die Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas, Spaniens und Portugals, die sich jedes Jahr in einem Land der Region treffen, verabschiedeten am Samstag außerdem die "Resolution von Panama", in der sie sich zum Kampf gegen die extreme Armut und die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verpflichten und außerdem eine Erleichterung der Bürde der Auslandsverschuldung fordern. Sie verurteilten ferner, wie jedes Jahr, das Handelsembargo der USA gegen Kuba und wiesen "energisch" das so genannte Helms-Burton-Gesetz zurück. Nach letzterem drohen Firmen aus Drittländern Sanktionen der USA, wenn sie bei Geschäften in Kuba enteignetes ehemaliges amerikanisches Eigentum nutzen.
Castro hatte am Freitag gleich nach seiner Ankunft den mutmaßlichen Attentatsplan publik gemacht. Sprecher der Exilkubaner in Miami (US-Staat Florida) wiesen Castros Ausführungen als absurd zurück. Tatsächlich wurden noch am Freitag Posadas Carriles und drei weitere Männer in Panama-Stadt festgenommen, doch wurden bei ihnen nach ersten Informationen keine Waffen gefunden.
Der inzwischen 72 Jahre alte Posadas Carriles hat eine einschlägige Karriere als militanter Gegner der kubanischen Revolution hinter sich. In Venezuela saß er mehrere Jahre wegen seiner Beteiligung an dem Bombenanschlag auf ein kubanisches Verkehrsflugzeug im Gefängnis, bei dem 1976 alle 73 Insassen ums Leben kamen. Außerdem gab er zu, die Bombenanschläge auf mehrere Hotels in Havanna im Sommer 1997 organisiert zu haben.©dpa
18.11.2000 Cuba-Online: Erstes Internet-Café in Cuba eröffnet
Seit kurzem gibt es auch in Kubas Hauptstadt Havanna ein Internetcafé. Immerhin ein Anfang für die 10,8 Millionen Einwohner Kubas. Der Zugang zum "El Aleph", so der Name des Cafés, ist allerdings nur einer auserwählten Gruppe von Journalisten und Künstlern vorbehalten, die sich ausnahmslos aus regierungstreuen Organisationen rekrutieren. Ob in Zukunft auch Nicht-Mitglieder das Angebot nutzen können, ist noch unklar. Sechs Stunden surfen kosten umgerechnet etwa eine Mark, jede weitere Stunde 20 Pfennig. Weiterhin werden kostenlose Computerkurse angeboten und eine eigene E-Mail-Adresse ist in dem Angebot auch enthalten. Laut Angaben von CNN gibt es gerade einmal 33.000 Internet-Zugänge, die von der Regierung nach strengen Kriterien vergeben werden. Die meisten der Zugänge beschränken sich auf einen E-Mail-Account. Bevor eine Genehmigung erteilt wird, muss die Person vertrauenswürdig erscheinen und ihre Arbeit muss vom Netzzugang profitieren. Selbst mit den entsprechenden Empfehlungen ist es schwierig, eine Erlaubnis der Regierung zu bekommen.
17.11.2000 Fidel Castro enthüllt in Panama angeblichen Attentatsplan
Panama-Stadt (dpa) - Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat in Panama die Existenz eines Attentatsplans gegen ihn enthüllt. "Aus den USA finanzierte und gesteuerte Terroristen" seien in der vergangenen Woche nach Panama gereist, um ihn während des Iberoamerika-Gipfels zu ermorden, sagte Castro nach seiner Ankunft in Panama vor der Presse. Panamas Innen- und Justizminister Winston Spadafora relativierte in einer ersten Reaktion die Aussagen des 74-jährigen Revolutionsführers. Es gebe "nichts Konkretes", sagte er.
Der Iberoamerika-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas, Spaniens und Portugals sollte am Freitagabend in der panamaischen Hauptstadt eröffnet werden. Nach Aussage Castros beabsichtigten die Verschwörer, an verschiedenen Stellen Sprengsätze detonieren zu lassen, die auch die anderen Gipfelteilnehmer hätten gefährden könnten. Chef des Kommandos sei der Exilkubaner Luis Posada Carriles. Dieser war bereits an einem Anschlag auf eine kubanische Verkehrsmaschine 1976 beteiligt, bei deren Explosion 73 Menschen ums Leben kamen. .©dpa
14.11.2000 Ausländer demonstrieren in Kuba gegen US-Embargo
Havanna (dpa) - Rund 10 000 Menschen, unter ihnen 4 000 ausländische Gäste, haben am Dienstag in Kuba gegen das Wirtschaftsembargo der USA demonstriert. An der Kundgebung vor der Ständigen Vertretung der USA in Havanna nahmen neben Präsident Fidel Castro und Außenminister Felipe Perez Roque auch verschiedene ausländische Prominente teil, unter ihnen der Generalsekretär der Ex- Guerilla El Salvadors, Shafik Handal, der brasilianische Theologe Frei Betto und der US-amerikanische Protestantenführer, Lucius Walker.

Das Anfang der 60er Jahre verhängte Embargo verbietet amerikanischen Firmen den Handel mit der Karibik-Insel und den Bürgern der USA Reisen nach Kuba. 1996 war das Embargo durch das so genannte Helms-Burton-Gesetz noch verschärft worden. Seither drohen auch Firmen aus Drittländern Sanktionen, wenn sie bei Geschäften mit Kuba verstaatlichtes frühes US-Eigentum benutzen.©dpa
09.11.2000 Kuba fordert Wiederholung der Wahlen in Florida
Havanna (dpa) - Die kubanische Führung hat eine Wiederholung der Präsidentenwahlen im US-Bundesstaat Florida gefordert. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika in eine "Bananenrepublik" verwandelten, schrieb am Donnerstag die Parteizeitung "Granma" mit Blick auf das umstrittene Wahlergebnis in dem der Karibikinsel am nächsten gelegenen Teil der USA.

"Granma" titelte am Donnerstag mit der fünfspaltigen Überschrift "Wahlbetrug in Florida". Für diesen wird in dem Artikel die "
Mafia", gemeint sind konservative Exilkubaner, verantwortlich gemacht. "Sie raubten Urnen, fälschten Stimmen, umringten die Wahllokale, um Druck auf die Wähler auszuüben und änderten die Reihenfolge der Kandidaten auf den Stimmzetteln, um die Wähler zu verwirren", erzählte "Granma" den kubanischen Lesern. "Die Stimmen können tausendmal gezählt werden, der Wahlbetrug bleibt bestehen", fügte das Blatt hinzu.

Während des Präsidentenwahlkampfes hatte die kubanische Führung allerdings die Linie vertreten, dass es völlig egal sei, wer die Wahlen im Nachbarland gewinne. Auch der 10. US-Präsident seit dem Triumph der kubanischen Revolution 1959 werde in Pension gehen, ohne dass es zu politischen Änderungen auf der Insel gekommen sei. Dort können die Kubaner bei den Parlamentswahlen nur zwischen prokommunistischen Kandidaten auswählen. Staats-, Regierungs-, Partei- und Armeechef Fidel Castro, der schon die US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson, Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George Bush Senior und demnächst wohl auch Bill Clinton überlebt hat, wird alle fünf Jahre vom Volkskongress im Amt bestätigt. ©dpa
28.10.2000 Clinton unterzeichnet Gesetz zur Lockerung von Kuba-Sanktionen
Washington (dpa) - US-Präsident Bill Clinton hat am Samstag ein Gesetz unterschrieben, das die seit vier Jahrzehnten bestehenden US- Sanktionen gegen Kuba lockern soll. Es nimmt Nahrungsmittel und Medikamente vom Verbot aus. Der Präsident bedauerte jedoch, dass die Entscheidung vornehmlich symbolischen Charakter hat. Für amerikanische Farmer sei es so gut wie unmöglich, die Finanzierung für den Export nach Kuba zu arrangieren, meinte Clinton.

Grund ist die Vorschrift, dass sie nur gegen Barzahlung oder bei Finanzierung durch Drittländer Nahrungsmittel nach Kuba liefern dürfen. US-Banken oder anderen Stellen ist es verboten, Geld für den Handel zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurden die starken Beschränkungen von Reisen amerikanischer Bürger nach Kuba in Gesetzesform festgeschrieben und damit praktisch verschärft.

Der amerikanische Senat hatte mit 86 zu acht Stimmen grünes Licht für das Gesetz gegeben, das Abgeordnetenhaus mit 340 gegen 75 Stimmen. Das Gesetz gilt auch für den Handel mit Iran, Nordkorea, Syrien und Sudan, allerdings ohne die Kuba- Beschränkungen. Der endgültigen Entscheidung des Kongresses waren heftige Auseinandersetzungen vorausgegangen. Die republikanische Mehrheitsführung stimmte der Lockerung der Kuba-Sanktionen erst nach Anfügung der Auflagen zu.

Kuba hatte das Gesetz schon vor der Verabschiedung als "reine Publicity" zurückgewiesen. Es mache die Sanktionen auf Grund der Finanzierungsauflagen und Reise-Restriktionen eher noch schärfer, als sie zu lockern, hieß es in Havanna.

Als Reaktion auf die zunehmende Anlehnung des 1959 durch eine Revolution an die Macht gekommenen Fidel Castro an die Sowjetunion brachen die USA 1961 die diplomatischen Beziehungen mit Havanna ab. Kurz darauf verhängte Washington ein totales Embargo gegen den Inselstaat, das bis auf wenige Lockerungen bis heute in Kraft ist.©dpa
27.10.2000 Kubanische Dissidenten bitten Vereinte Nationen um Schutz
Havanna (dpa) - Angesichts ihrer
drohenden Verhaftung haben zehn kubanische Dissidenten das Büro der Vereinten Nationen in Havanna um Schutz gebeten. Wie einer von ihnen, der unabhängige Journalist Oalis Vitores, am Freitag mitteilte, planen sie Protestaktionen gegen die Willkür der kommunistischen Regierung. Diese verweigere ihnen die Ausreiseerlaubnis, obwohl sie längst ein Einreisevisum der USA erhalten hätten. ©dpa
20.10.2000 Farbfernseher aus China statt russischer Schwarzweißgeräte
Havanna (dpa) - Die kubanische Regierung will eine Million Farbfernseher aus chinesischer Produktion unters Volk bringen. Wie die Zeitung "Granma", das Zentralorgan der Kommunistischen Partei, am Freitag meldete, sollen sie die
alten, meist noch aus der untergegangenen Sowjetunion stammenden Schwarzweißgeräte auf der Insel ersetzen. Die Bürger erhielten sie zu Vorzugskonditionen.

Wie die Zeitung berichtete, wird der Staat zehn Prozent der Geräte an Schulen, Kulturhäuser und andere Institutionen verschenken. 20 Prozent würden in den Devisenläden gegen
US-Dollar angeboten. Der große Rest werde für kubanische Pesos und zu zinslosen Krediten an "Familien und verdiente Arbeiter" verkauft.

Die Lieferung wurde dem Bericht zufolge zwischen Kubas Staatschef Fidel Castro und seinem chinesischen Amtskollegen Jiang Zemin während des UN-Millenniumsgipfels in New York vereinbart. Kuba pflegt seit Auflösung des früheren Sowjetblocks ausgezeichnete Beziehungen zu Peking - ist allerdings nach wie vor auch mit Moskau Gut-Freund. Ein abwechslungsreicheres Fernsehprogramm konnte "
Granma " den Kubanern aber nicht versprechen: Wegen akuter Devisenklammheit ist das Staatsfernsehen oft auf geschenkte Telenovelas (TV-Seifenopern) aus den lateinamerikanischen Nachbarländern angewiesen. ©dpa
20.10.2000 Hochhaus-Fahrstuhl abgestürzt: Eine Tote und drei Verletzte
Havanna (dpa) - Beim Absturz eines Fahrstuhls in einem Hochhaus in der kubanischen Hauptstadt Havanna sind am Freitag eine Frau getötet und drei Menschen schwer verletzt worden. Die genaue Unglücksursache war zunächst unklar. Allerdings ist das 28-stöckige Gebäude, das in der fünfziger Jahren errichtete FOCSA-Hochhaus, seit langem für seine
Baufälligkeit . Neben Mietwohnungen beherbergt es auch die Büros verschiedener Nachrichtenagenturen. Wie Augenzeugen berichteten, wurden die Verletzten in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Unklar war zunächst, aus welchem Stockwerk der Lift abgestürzt war. ©dpa
19.10.2000 Kubanische Dissidenten beklagen neue Repressionswelle
Havanna (dpa) - Kubanische Dissidenten haben eine neue Welle der
staatliche Repression gegen Andersdenkende auf der sozialistischen Karibikinsel beklagt. Wie die illegale Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem 05. Oktober rund 100 mutmaßliche Regimegegner vorübergehend festgenommen oder anderweitig von der Polizei behelligt. Drei von ihnen, Carlos Oquendo, Jose Aguilar und Pedro Pablo Alvarez, befänden sich noch immer in Haft.

In Kuba ist jegliche politische Betätigung außerhalb der Kommunistischen Partei und ihrer Massenorganisationen verboten. Dissidenten und unabhängige Journalisten stehen deshalb ständig mit einem Bein im Gefängnis. ©dpa
12.10.2000 US-Abgeordnete beschließen Lockerung der Sanktionen gegen Kuba
Washington (dpa) - Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Mittwoch (Ortszeit) eine Lockerung der seit Jahrzehnten bestehenden Sanktionen gegen Kuba beschlossen. Dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Gesetz zufolge sind künftig Nahrungsmittel und Arzneien von dem Embargo ausgenommen. US-Präsident Bill Clinton hat angekündigt, dass er die Vorlage nach der erwarteten Billigung auch durch den Senat unterzeichnen wird, obwohl sie ihm nicht weit genug geht.

Der Entscheidung der Abgeordneten, die mit 340 gegen 75 Stimmen fiel, waren heftige Auseinandersetzungen vorausgegangen. Die republikanische Parteiführung hatte eine Lockerung der Sanktionen zunächst abgelehnt, dann aber eingelenkt, nachdem die Gesetzesvorlage mit Auflagen verbunden wurde.

Danach dürfen die US-Farmer zwar künftig ihre Erzeugnisse an Kuba verkaufen, aber nur gegen Barzahlung oder über eine Finanzierung durch Drittländer. US-Banken oder staatlichen Stellen ist es verboten, Geld für den Handel zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurden die bestehenden starken Beschränkungen von Reisen amerikanischer Bürger nach Kuba in Gesetzesform festgeschrieben.

Kuba hatte das Gesetz bereits vor der Verabschiedung als "reine Publicity" zurückgewiesen. Es mache die Sanktionen auf Grund der Finanzierungsauflagen und Reise-Restriktionen eher noch schärfer als sie zu lockern, hieß es in Havanna. ©dpa
20.09.2000 Rätsel um abgestürztes kubanisches Flugzeug - Entführung oder nicht?
Miami/Havanna (dpa) - Rätselraten herrschte am Mittwoch um ein kubanisches Kleinflugzeug, das am Dienstag im Golf von Mexiko abgestürzt war. Neun der zehn Insassen hatten nach dem Unglück lebend geborgen werden können. Nachdem die kubanischen Behörden zunächst von einer Flugzeugentführung gesprochen hatten, korrigierte die Regierung in Havanna ihre Angaben. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung hieß es, dass die Insassen dem Piloten "ganz eindeutig" freiwillig gefolgt seien.

Der normalerweise zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft eingesetzte Doppeldecker war am Dienstag in der westlichen kubanischen Provinz Pinar del Rio gestartet. Nach erster kubanischer Darstellung meldete der Pilot wenig später, die Maschine sei entführt worden. Danach sei sie von den kubanischen Radarschirmen verschwunden. Die von Kuba informierte US-Flugaufsichtsbehörde FAA alarmierte die US-Küstenwache, die eine Suche nach der vermissten Maschine einleitete.

Die an Wrackteile geklammerten neun Überlebenden, darunter drei Kinder, wurden schließlich von einem unter panamaischer Flagge fahrenden Frachter etwa 100 Kilometer westlich von Kuba im Golf von Mexiko gefunden. Ein schwer verletzter Mann wurde von einem US- Helikopter in ein Krankenhaus in Key West (Florida) geflogen.

US-Einwanderungsbeamte wollten noch im Laufe des Tages die übrigen Überlebenden befragen, von denen sich am Mittwoch noch acht an Bord des Frachters befanden. Es wurde erwartet, dass sie danach ebenfalls in die USA gebracht werden sollten. Offen blieb, ob sie dort um Asyl ersuchen werden und ob ihnen dies gewährt würde.

Nach kubanischer Darstellung vom Mittwoch hatte der Pilot die Gruppe seiner Mitreisenden auf einem entlegenen Flugfeld in Pinar del Rio abgeholt und war mit ihnen gestartet. Vor dem Absturz vermutlich wegen Treibstoffmangels habe er dann gegenüber der kubanischen Flugkontrolle die Aktion so dargestellt, als handele es sich um eine Entführung. ©dpa
16./17.09.2000 Seiten neu gestaltet (mouseover-Effekt für Tabellen etc.), neue Infos aus dem Urlaub eingebaut. Insbesondere der Reisebericht und die Adressen von den Cybercafes aus Cuba sind von den Benutzern der Kuba-Foren ersehnt.
25.08.-09-09-2000 Urlaub mit Ralf (Fidel666)
Gemeinsamer Urlaub mit Fidel in Santiago.
Siehe Reisebericht
09.09.2000 Castro sprach vor 2 400 Anhängern in New York
New York (dpa) - Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat seinen Besuch beim Millenniums-Gipfel in New York auch zu einem Auftritt vor politischen Anhänger genutzt. 2 400 Menschen feierten den offiziell in den USA verfemten Kubaner am Freitagabend (Ortszeit) in der Riverside Church am Rande des Stadtteils Harlem, berichteten US- Medien am Samstag. Nach Tagen im dunklen Anzug bei den Vereinten Nationen erschien Castro in der Kirche wieder in der vertrauten olivgrünen Uniform, wo ihn die Menge mit "Fidel, Fidel"-Rufen begrüßte.

Er sei erfreut über den Händedruck mit US-Präsident Bill Clinton gewesen, sagte Castro. Am Rande eines Essens für die Teilnehmer an dem UN-Gipfel waren sich die beiden begegnet und hatten kurz miteinander gesprochen. Es war das erste Mal seit der kubanischen Revolution 1959, dass Präsidenten der beiden Länder Worte miteinander gewechselt haben. Während dies ein Akt der Höflichkeit gewesen sei, sei die Blockadepolitik der USA gegenüber seinem Land kriminell und eine Verletzung der Menschenrechte, sagte Castro.

Die Kundgebung in der überfüllten Kirche war von Gegnern der US- Blockade organisiert worden. Zu den Teilnehmern, die nur auf Einladung zugelassen wurden, gehörten auch zwei Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei. Castro hatte schon zwei frühere UN-Besuche zu politischen Auftritten in New York genutzt. ©dpa
07.09.2000 Castro fordert Änderung der Machtverhältnisse in der Welt
New York (dpa) - Kubas Präsident Fidel Castro hat eine grundlegende Änderung der Machtverhältnisse in der Welt gefordert. "Die derzeitige wirtschaftliche und politische Ordnung kann den Interessen der Menschheit nicht dienen", sagte er am Mittwochabend (Ortszeit) bei der Millenniumskonferenz der Vereinten Nationen in New York. "Sie muss verändert werden." "Drei Dutzend entwickelte und reiche Nationen" hätten "die ökonomische, politische und technologische Macht" an sich gerissen. Armut und Unterentwicklung seien Folgen der kolonialen Unterdrückung, der Sklaverei und des Imperialismus, erklärte der Alt-Revolutionär. Die reichen Länder seien "moralisch verpflichtet, unsere Nationen für die in Jahrhunderten erlitten Schäden zu kompensieren".

In den Vereinten Nationen müsse Schluss gemacht werden mit dem "anti-demokratischen Vetorecht" einiger weniger Mächte im Sicherheitsrat. Stattdessen müsse die Vollversammlung aller Mitgliedsländer zum einzigen Entscheidungsgremium werden. Die Verwirklichung des "Traums von fairen Regeln" erscheine als unmöglich. Der "Kampf für das Unmögliche" sollte aber das Motto der UN sein.

Vor allem Delegierte aus Staaten der Dritten Welt hatten Castro, der vor dem Gipfel von New Yorks Bürgermeister öffentlich als "Mörder" verunglimpft worden war, mit großem Beifall begrüßt. Der Vorsitzende der Sitzung, Namibias Präsident und Ex-Freiheitskämpfer Sam Nujoma, dankte "dem Genossen" Castro. ©dpa
31.08.2000 Kuba weist schwedische Journalisten aus
Havanna (dpa) - Die drei von der kubanischen Sicherheitspolizei festgenommenen schwedischen Journalisten müssen noch am Donnerstag (Ortszeit) Kuba verlassen. Dies teilte Außenminister Felipe Perez Roque am Donnerstag vor der Presse in Havanna mit.

Die kubanischen Behörden hatten die Festnahme in Havanna am Dienstag damit begründet, dass die drei mit Touristenvisa eingereist seien, in Wirklichkeit aber journalistisch gearbeitet hätten. Die drei für lokale Tageszeitungen arbeitenden Journalisten hatten am Montag ein Seminar für Vertreter unabhängiger Medien in Kuba abgehalten.

"Wir hoffen, dass man unsere Botschaft versteht, denn dies ist nicht der einzige Fall, den wir hatten", sagte Perez Roque. Die drei hätten die Gesetze des Landes verletzt und "subversive Aktionen" unterstützt. Niemand solle sich Illusionen machen, dass derartige Tätigkeiten toleriert würden.

©dpa
28.08.2000 USA werfen Kuba Verstoß gegen Auswanderungsabkommen vor
Washington (dpa) - Die USA beschuldigen Kuba, ein Auswanderungsabkommen aus dem Jahre 1994 zu verletzen. In einer offiziellen Protestnote warfen sie Havanna am Montag vor, 134 Auswanderer an der Ausreise in die Vereinigten Staaten gehindert zu haben.

US-Außenamtssprecher Philip Reeker sagte in Washington, ein Teil der Auswanderungswilligen sei wegen ihres Berufes zurückgehalten worden. Unter den 134 Personen befanden sich 17 Mediziner. Washington wurde nach Angaben von Beamten auf das Problem aufmerksam, als Kubaner mit gültigen Einreisepapieren als Bootsflüchtlinge ins Land kamen. Kuba hatte 1994 vertraglich der Auswanderung von jährlich 20 000 Kubanern und ihrer Familienmitglieder zugestimmt.

©dpa
10.08.2000 Hohe Zahl von Todesurteilen in Kuba
Havanna (dpa) - In Kuba sind im vergangenen Jahr zwischen 20 und 30 Menschen hingerichtet oder zum Tode verurteilt worden. Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet seien dies doppelt so viele wie in China und fünf Mal so viele wie in den USA, teilte die illegale Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung am Donnerstag mit. Die meisten seien wegen Mordes verurteilt worden.

Unter den noch nicht hingerichteten Verurteilten befinden sich auch zwei Salvadorianer, die für die Serie von Bombenanschlägen auf Touristenhotels im Sommer 1997 verantwortlich gemacht werden, bei denen ein Reisender zu Tode gekommen war. Die Todesstrafe wird in Kuba durch Erschießen vollstreckt. Kuba ist neben Guatemala das einzige Land Lateinamerikas, in dem die Todesstrafe existiert. ©dpa
07.08.2000 Fotograf klagt gegen Verwendung seines Guevara-Bildes für Wodka
London (dpa) - Der Fotograf Alberto Korda (71), der das weltberühmte Porträt des südamerikanischen Revolutionärs Ernesto "
Che" Guevara fotografierte, will die Verwendung des Fotos für eine Wodka-Reklame notfalls gerichtlich verhindern. Korda hat gegen die Londoner Werbeagentur Lowe Lintas eine Klage eingereicht, um die Nutzung des Guevara-Porträts für Smirnoff-Wodka zu verhindern.

"Die Benutzung des Bildes von Guevara, um Wodka zu verkaufen, ist eine Beleidigung seines Namens und der Erinnerung an ihn. Er selbst trank nie, er war kein Trinker und Alkohol sollte mit der unsterblichen Erinnerung an ihn nicht verbunden werden", sagte Korda nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" vom Montag. "Diese Verwendung des Bildes beleidigt mich", sagte Korda, der in Kuba lebt. Selbstverständlich wäre Che Guevara auch ein Gegner internationaler Getränkekonzerne, falls er heute noch leben würde.

Sollte es keine außergerichtliche Einigung geben, wird über die Klage des Fotografen vermutlich im September vor dem Londoner High Court verhandelt. Korda argumentiert in seiner Klage, die historische Bedeutung seines Fotos werde durch die Werbung lächerlich gemacht, in der das Bild mit Hammer und Sichel überdruckt wird - wobei die Sichel durch eine Chili-Schote ersetzt wird. Das Foto, das rund um den Globus zum Kultobjekt wurde, zeigt Guevara mit einem Barett und leicht im Wind wehenden Haaren.

Die Werbeagentur wollte die Klage nicht kommentieren. Dem Bericht des "Guardian" zufolge wird jedoch angenommen, dass die Agentur sich mit dem großen Bekanntheitsgrad des Bildes verteidigen wird. Das Foto sei so "öffentlich" und geradezu eine "Ikone des 20. Jahrhunderts" geworden, dass Korda sein Urheberrecht an dem Bild de facto verloren habe. Che Guevara, Kampfgefährte von Fidel Castro, wurde nach der erfolgreichen kubanischen Revolution vom Januar 1959 Mitglied der neuen Regierung. Beim Versuch, in Bolivien eine Revolution in Gang zu bringen, wurde er 1967 im Alter von 39 Jahren von der Armee gefangen genommen und wenig später erschossen. ©dpa
26.07.2000 Hundertausende demonstrieren in Kuba gegen US-Politik
Havanna (dpa) - Mehrere hunderttausend Menschen sind am Mittwoch in der kubanischen Hauptstadt Havanna zu einer Protestkundgebung gegen die Kuba-Politk der USA auf die Straße gegangen. Aus Anlass des jährlichen Revolutionsfeiertages forderten sie ein Ende des fast 40 Jahre alten US-Wirtschaftembargos. Wie das kubanische Fernsehen zeigte, bewegte sich ein kilometerlanger Menschenzug über den Küstenboulevard Malecon.
Am 26. Juli feiert Kuba jedes Jahr den Jahrestag des Überfalls auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Kuba im Jahr 1953. Fidel Castro und mehrere Dutzend seiner Anhänger hatten damals versucht, den Diktator Fulgenico Batista zu stürzen. Die meisten kamen bei der missglückten Aktion ums Leben. Castro wurde gefangenen genommen und verurteilt, aber bald darauf amnestiert. Ende 1956 begann er einen Guerillakrieg, den er am 1. Januar 1959 siegreich beendete.
©dpa
26.07.2000
Kuba-Tag auf der EXPO in Hannover - ohne Fidel Castro
Hannover (dpa) - Auf Fidel Castro warteten einige Expo-Gäste an Kubas Expo-Nationentag am Mittwoch bis zum Schluss. Castro kam nicht, wie lange Zeit spekuliert worden war. Der Karibik- Staat wurde von Verkehrsminister Alvaro Pérez Morales vertreten. Kuba habe mit seinen geringen finanziellen Mitteln erhebliche Anstrengungen unternommen, bei der Weltausstellung dabei zu sein, sagte Morales. Expo-Generalkommissarin Birgit Breuel würdigte den kubanischen Beitrag mit den Worten: "So viel Karibik in Hannover ist etwas Wunderbares."
Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, die Beziehungen zwischen Deutschland und Kuba blühten nach einer langen Zeit der Dürre wieder auf. "Wir setzen auf Kooperation, nicht auf Konfrontation." Die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit sorgte mit spanischen Einlagen in ihrer Ansprache für Begeisterung. Während eines der Konzerte mit kubanischer Musik profilierte sie sich als Stimmungskanone, entfernte eigenhändig die Absperrungen und forderte die Leute auf, doch weiter an die Bühne zu kommen.

Die zahlreichen Pavillons und Stände der einzelnen Nationen bescherten jeder für sich den Besuchern eine multi-mediale, audio-visuelle Überdosis. Länder wie Kuba konnten da aus finanziellen Mitteln nicht mithalten und glichen dies durch ein entsprechendes Kultuprogramm aus. Das Programm sah den ganzen Tag über Konzerte mit kubanischen Musik-Gruppen vor. Zum einen geschah dies auf der Hauptbühne gegenüber dem Deutschen Pavillon, zum anderen am anderen Ende des EXPO-Geländes, in der Nähe des kubanischen Standes. Zahlreiche kubanische Beteiligung im Publikum sorgte für den bekannten Spasseffekt, der bis um Mitternacht andauerte. Die verblüfften Germanen ohne Kuba-Erfahrung standen dumm herum und staunten, wie lebensfroh und mitreissend die kubanische Kultur ist.
14.07.2000 Die homepage ist bei Lycos als "besonders empfehlenswert" ausgezeichnet. Unter dem Stichwort "Kuba" erscheint sie als Nr. 11 von 21327
10.07.2000 Einige Java-Scripts eingebaut und die Seite so umgestaltet, dass auch unter Netscape alles richtig erscheint. Ich bin nach wie vor dafür, dass Netscape zerschlagen wird und das Geschäftsgebahren für einige Jahre kontrolliert wird ;-). Netscape zwingt einen, alles in Tabellen zu verstauen, damit es einigermassen richtig angezeigt wird
08.07.2000 Cuba-Fete in Würzburg auf Einladung von Mattias K.
Mit dabei: Olaf Pallischek (webmaster von " Schwerpunkt Kuba") nebst Frau Amelia aus Kuba, Ralf (webmaster von " Santiago-de-Cuba") und Thomas (webmaster dieser Seite). So wie ein Haufen chicas. Das Wochende hat mich 300 Euro sowie eine Armbanduhr gekostet. Dafür bin ich nach dem Besuch des "Cubanito" in Frankfurt mit Fidel sturzbetrunken bei einer Schoko-chica gelandet ....

29.06.2000 Elian zurück in Kuba
Havanna/Washington - Der erbitterte Streit um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elian Gonzalez ist nach sieben Monaten beendet. Zusammen mit seinem Vater, seiner Stiefmutter und seinem Halbbruder landete der Sechsjährige am Donnerstag 1.47 Uhr (MESZ) in einem Charterflugzeug auf dem Internationalen Flughafen von Havanna. Hunderte Schulkinder in Uniformen und mit kubanischen Fähnchen sowie seine näheren Verwandten hießen ihn willkommen. Die politische Führung wurde durch Parlamentspräsident Ricardo Alarcon präsentiert.
Am Mittwoch hatte das Oberste Gericht der USA den Weg für die Ausreise frei gemacht, indem es es ablehnte, sich mit dem Fall zu befassen. Präsident Bill Clinton begrüßte die Entscheidung der Richter. Die exil-kubanische Gemeinde im Bundesstaat Florida reagierte dagegen geschockt.

Elians Vater dankt US-Regierung
Elians Vater Juan Miguel Gonzalez dankte kurz vor dem Abflug dem amerikanischen Volk und der Regierung für ihre Unterstützung in dem Sorgerechtsstreit. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Freundschaft, die er erfahren habe, sich in Zukunft auch auf die Beziehungen zwischen den USA und Kuba auswirken werde.
Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts stand es der Familie frei, das Land zu verlassen. Eine von den Verwandten in Miami erwirkte gerichtliche Anordnung hatte ihnen untersagt, während des laufenden Verfahrens das Land zu verlassen. Diese Frist lief um 22 Uhr MESZ aus. Nach ihrer Ankunft in Havanna wurde die Familie in ein eigens hergerichtetes Haus im Stadtteil Miramar gebracht, damit Elian sich wieder in Kuba eingewöhnen kann. In einigen Wochen soll er dann in seine Heimatstadt Cardenas (rund 150 Kilometer westlich von Havanna) zurückkehren.
US-Präsident Bill Clinton betonte, es sei offensichtlich, dass Elians Vater seinen Sohn liebe und das Recht habe, mit ihm zusammen zu sein. Wichtig sei auch, dass die Gesetze der USA damit beachtet wurden, da dies auch Auswirkungen auf andere internationale Fälle habe. Clinton nannte dabei Deutschland. Hier geht es um Sorgerechtsstreitigkeiten deutsch-amerikanischer Familien, über die bei seinem Besuch in Deutschland Anfang des Monats mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gesprochen habe.

Clinton erwägt Lockerung der Sanktionen gegen Kuba
Clinton sprach sich auch für eine vorsichtige Öffnung gegenüber Kuba aus. Er bedauerte es, dass in einem Gesetzentwurf des Kongresses über Lebensmittellieferungen nach Kuba offenbar eine Einschränkung der Reisemöglichkeiten enthalten sei. Die Möglichkeit, Bekannte in Kuba zu besuchen, sei wichtig für die Beziehungen.

Exil-Kubaner im Miami empört
US-Justizministerin Janet Reno, die sich in dem Fall persönlich sehr eingesetzt hatte, äußerte sich in einer ersten Erklärung der Obersten Richter sehr zufrieden. Sie sei sehr froh über Entscheidung und wünsche der Familie alle Gute, erklärte Reno. In Miami, wo Elian mehrere Monate bei seinem Großonkel Lazaro Gonzalez gelebt hatten, versammelten sich nach der Entscheidung Dutzende Exil-Kubaner. Sie warfen der Regierung von Präsident vor, Elian an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro ausgeliefert zu haben.
(AOL/dpa)
27.06.2000 Kuba kündigt Sparmaßnahmen wegen hoher Ölpreise an
Havanna (dpa) - Die kubanische Regierung hat wegen der gestiegenen Rohölpreise neue Sparmaßnahmen verkündet. Der Benzin- und Dieselverbrauch auf der sozialistischen Karibikinsel müsse in den kommenden Monaten gesenkt werden, teilte das Parteiblatt "Granma" am Dienstag mit. Die Grundversorgung der Bevölkerung mit Strom und Verkehrsmitteln solle aber so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
Dem Bericht zufolge hatte Kuba von Januar bis März wegen der gestiegenen internationalen Rohölpreise Ausgaben, die 80 bis 85 Millionen Dollar über dem veranschlagten Plan lagen. Zugleich seien die Einnahmen aus dem Zuckerexport wegen gefallener Weltmarktpreise um 60 bis 65 Millionen Dollar unter den Erwartungen geblieben, meldete "Granma". ©dpa
27.06.2000 Kongress einig über Lockerung des Kuba-Embargos
Washington (dpa) - Der Weg für eine Lockerung des US-Embargos gegen Kuba ist frei. Unterhändler des US-Senats und des Repräsentantenhauses einigten sich in Washington auf die Freigabe von Nahrungsmittel- und Medikamentenlieferungen in den kommunistischen Inselstaat. Die Regelung, die noch endgültig verabschiedet werden muss, gilt auch für Nordkorea, Sudan, Libyen und Iran.
Wie die Fernsehgesellschaft CNN am Dienstag berichtete, ist die Freigabe weiter mit strikten Vorschriften verknüpft. Havanna muss die Lieferungen bar bezahlen. Exporthilfen der amerikanischen Regierung oder Banken sind ebenso verboten wie eine Bezahlung mit Waren durch so genannte Barter-Vereinbarungen.
©dpa
21.06.2000 Das Havana Club-Logo ausgetauscht und die Seiten neu strukturiert, alles hochgeladen. Ist es das, was sie wollen?
15.06.2000 Die kubanische Zensur holt einen auch in Deutschland ein: Havana Club verbietet den Gebrauch ihres Logos. Sie wollen nicht mit den "politischen" Inhalten der Seite in Verbindung gebracht werden
04-08.6.2000 Kontakt mit den Betreibern der anderen hompages (Ralf, Uwe, Olaf, Michael, Alex etc.) und link-Austausch
03.06.2000 Start dieser homepage. Der Anfang ist gemacht. Jochen hat wertvolle Beiträge zum Kern der Seite, zum Lexikon, geleistet, und lässt mich dann mit dem Rest sitzen. Spätere gelegentliche Gastbeiträge sollen folgen.
Februar 2000 Der unglaubliche Kuba-Urlaub. Jochen und ich beschliessen, unsere geballten Latino- Erfahrungen in Form einer homepage zu verewigen. Schon während des Urlaubes sammeln wir Stichpunkte und machen Notizen. Somit ist der Startschuss zu dieser website gefallen
Herbst 1999 23. November 1999: Ein Boot mit kubanischen Flüchtlingen sinkt vor Fort Lauderdale (Florida).
25. November: Elian und zwei weitere Menschen werden gerettet, seine Mutter und der Stiefvater sind ertrunken.
26. November: Das Kind kommt in die Obhut von Verwandten in Miami. Der Vater fordert seine Rückkehr

Geschichtlicher Überblick

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