14.08.2006
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Fidel Castro gibt erstes Interview nach seiner Erkrankung
Der kubanische Staatschef beantwortete Fragen des argentinischen Abgeordneten und Journalisten Miguel Bonasso und arbeitet an neuem Buch
Der erkrankte kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat eingeräumt, dass sein hohes Alter zunehmend zum Problem wird. "Man darf ja nicht vergessen, dass die Maschine, die da repariert wird, schon 80 Jahre alt ist", zitierte ihn der argentinische Politiker Miguel Bonasso am Donnerstag in der Zeitung "Página/12". Castro habe ihm bei einem Besuch am Krankenbett erzählt, er habe während der Krankheit fast 20 Kilogramm Gewicht verloren. "Aber fast die Hälfte habe ich schon wieder gutgemacht", habe Castro hinzugefügt.
Die ganze Zeit habe er die Überarbeitung einer Neuauflage des Buches "Cien horas con Fidel" (Hundert Stunden mit Fidel) fortgesetzt. "Ich wollte das zu Ende bringen, weil ich nicht wusste, wie viel Zeit mir noch bleibt", habe Castro gesagt. Bonasso, der in kubanischen Medienberichten als persönlicher Gesandter des argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner beim Gipfeltreffen der Bewegung der Blockfreien Staaten in Havanna bezeichnet wurde, hatte sich am Mittwoch nach eigenen Angaben eineinhalb Stunden mit dem Patienten unterhalten.
Nach Fidels Erkrankung habe Kuba seine Sicherheitskräfte mobilisiert. Man habe nicht ausschließen können, dass innerhalb der US-Regierung "jemand ausrastet". Aus Parteikreisen war am Mittwoch verlautet, dass die zivilen Milizen inzwischen demobilisiert worden seien. Castro sprach nun von "absoluter Ruhe", die im Land herrsche.
Der mittlerweile 80 Jahre alte Fidel Castro hatte sich Ende Juli einer schweren Darmoperation unterziehen müssen. Deshalb gab der Staats- und Parteichef seine Ämter nach offiziellen Angaben "vorübergehend" an Verteidigungsminister Raul Castro ab. Dies löste Spekulationen über ein Ende von Fidels 47-jähriger Regierungszeit aus. Er ist der am längsten regierende Staatschef der Welt.
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